Diabetes mellitus

Mehr erfahren

Diese Folgeschäden am Auge können Sie vermeiden

Diabetische Retinopathie (Netzhauterkrankung)

Sekundäres Glaukom (Neovaskularisationsglaukom)

Die diabetische Retinopathie

Netzhautveränderungen infolge der Zuckerkrankheit werden als diabetische Retinopathie bezeichnet. Sie entstehen durch die zunehmende Schädigung kleiner Blutgefässe (Mikroangiopathie): Die Netzhaut besteht aus Sinneszellen, Nervenzellen und -fasern. Dieses Nervengewebe benötigt ausgesprochen viel Sauerstoff. Aufgrund zu hoher Blutzuckerwerte werden jedoch die Mikroblutgefässe geschädigt und können die Netzhaut mit weniger Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Das verursacht eine zunächst unbemerkte Schädigung.

Die diabetische Retinopathie entwickelt sich sehr langsam. Im Durchschnitt tritt sie nach 10 bis 12 Jahren Diabetes auf. Bei schlechter Zuckereinstellung kann sie wesentlich früher, bei guter auch wesentlich später entstehen.

Der Augenarzt unterscheidet bei der Netzhautuntersuchung verschiedene Stadien der diabetischen Retinopathie.

  • Mikroaneurismen, also kleine Ausbuchtung der Kapillaren im Bereich der geschädigten Kapillarwand
  • Punkt- und Fleckblutungen
  • Harte Exsudate oder fettige Ablagerungen
  • «Cotton-Wool-Herde»:  Nervenfaserinfarkte
  • Kaliberschwankungen der Gefässe, bei Venen häufig perlschnurartig
  • Sichtbare beginnende Gefässneubildung
  • Gefässneubildungen an der Papille  

Das klinisch signifikante Makulaödem

Unter einem klinisch signifikanten Makulaödem versteht man eine Verdickung der Netzhaut im Bereich der Makula. Diese Verdickung (Quellung) – aber auch harte Exsudate – sind meistens in der Umgebung von Mikroaneurismen zu finden, kleinen Aussackungen der feinsten Blutgefässe. Das klinisch signifikante Makulaödem kann in allen Stadien der diabetischen Retinopathie auftreten.

Behandlung der diabetischen Retinopathie

Die beste Behandlung ist eine frühzeitig beginnende gute Stoffwechseleinstellung. Bei schweren nichtproliferativen (beginnende Gefässveränderungen) und proliferativen (Gefässneubildung in der Netzhaut) Retinopathien muss eine Lasertherapie der Netzhaut durchgeführt werden. Gegebenenfalls muss zur Behandlung eines klinisch signifikanten Makulaödems der Erkrankungsherd zielgerichtet behandelt werden, also mit einer Injektionstherapie direkt in das Auge.

Wird die Zuckerkrankheit festgestellt, sollte – auch wenn keine Retinopathie vorliegt – einmal pro Jahr die Netzhaut bei weitgestellter Pupille kontrolliert werden.
Treten Veränderungen auf oder schreitet eine bisher milde diabetische Retinopathie fort, sind mindestens halb- oder sogar vierteljährliche Kontrollen erforderlich.

Diabetische Retinopathie und Schwangerschaft

Durch eine Schwangerschaft kann sich eine diabetische Retinopathie verschlechtern. Deshalb sollten schwangere Diabetikerinnen mindestens vierteljährlich vom Augenarzt untersucht werden.